Was bringt eine IDE für PHP?

Wer mehr als eine halbe Stunde pro Tag in PHP programmiert, braucht eine Entwicklungsumgebung. Denn die nimmt dem Programmierer viele Routine-Arbeiten ab. Der folgende Beitrag zeigt, was eine Entwicklungsumgebung bringt und stellt die drei wichtigsten PHP-Umgebungen vor.

Mit einer Integrierten Entwicklungsumgebung (IDE) ist es wie mit der Sitzheizung im Auto: Man sagt immer “brauch’ ich nicht”, bis man sie einmal aufprobiert hat. Und danach möchte man nicht mehr darauf verzichten.

Eine IDE nimmt Ihnen viel Arbeit ab. So viel Arbeit, dass es sich auch lohnt, für eine IDE wie Zend oder Maguma Geld auszugeben. Wer sich sogar das Geld sparen will, greift zu Eclipse und zum passenden PHP-Plugin (siehe auch: ).

Im Folgenden erfahren Sie, was Ihnen eine IDE bringt.

Besserer Code

Code wird übersichtlicher, wenn er farblich markiert ist. Eine IDE erledigt dies und zeigt Variablen, Schlüsselwörter oder Funktionsnamen in unterschiedlichen Farben. Dabei fallen Fehler schneller auf: Färbt sich ein Code-Schnipsel nicht richtig, kann etwas nicht stimmen. Wer sich darauf nicht verlassen will, braucht zusätzlich eine Online-Syntaxkontrolle. Die meldet sich, sobald sie einen Fehler entdeckt und unterringelt die fehlerhafte Stelle.

Syntaxergänzung

Die automatische Syntaxergänzung bietet schon nach dem Eintippen der ersten Buchstaben eine Liste der passenden Funktionen und Variablen. Auf diese Weise sparen Sie eine Menge Sucherei und lästige Syntaxfehler.

Zusätzlich zur Liste der Funktionen sollte eine Entwicklungsumgebung auch gleich eine kurze Dokumentation liefern, etwa welche Parameter die Funktion fordert. Auch ein Link zu einer weiterführenden Dokumentationsseite ist immer hilfreich.

Nach dem Schreiben des Variablen- oder Funktionsnamens ist die Arbeit der Auto-Ergänzung noch lange nicht erledigt. Beim $_SERVER-Array von PHP zum Beispiel ist es praktisch, wenn die IDE auch gleich die Keys zur Auswahl zeigt. Von den hier vorgestellten IDEs bietet aber nur Zend diese Funktion.

Da PHP-Programmierung selten ohne HTML auskommt, ist auch eine Syntaxergänzung für die Auszeichnungssprache von Vorteil. Die automatische Ergänzung zeigt je nach IDE entweder sofort alle Möglichkeiten – wie die Zend IDE – oder wartet auf eine spezielle Tastenkombination. Bei Eclipse und Maguma Worbench ist das [Strg – Leertaste].

Störend wird die Automatik, wenn sie sich für zu intelligent hält. Manche Programme schreiben hinter jedes Anführungszeichen gleich noch ein passendes Schlusszeichen und platzieren den Cursor dazwischen. Das ist prima, wenn man frischen Code schreibt. Wehe aber, der Programmierer bearbeitet nachträglich Sourcen und will vor einem String ein Anführungszeichen einbauen – er darf dann das zweite, an der Stelle unerwünschte Zeichen wieder löschen. Nach dem zwanzigsten Mal nervt das. Gut, wenn eine IDE erlaubt, solches Verhalten abzustellen.

Projektverwaltung

Ein PHP-Projekt besteht in der Regel aus vielen einzelnen Dateien, die zudem noch in unterschiedlichen Verzeichnissen sitzen. Eine gute IDE erlaubt, diese Dateien zu einem Projekt zusammenzufassen. Innerhalb des Projektes zeigt sie Listen aller Dateien, Objekte, Variablen, Konstanten und Funktionen. Besonders für Freunde der objektorientierten Programmierung ist das nützlich: Man klickt einfach eine Klasse an und sieht alle Eigenschaften und Methoden. Praktisch auch, wenn ein Rechtsklick auf einen Funktions- oder Methodenaufruf direkt zum Quelltext der Funktion führt. Das erleichtert enorm die Orientierung in umfangreichen Bibliotheken.

Debugger und Analyzer

Ist das Programm endlich fertig, folgt die eigentliche Arbeit. Jeder einzelne Fehler will gefunden und beseitigt werden. Ein Debugger hilft dabei: Er zeigt den Zustand von Variablen an, hält an Breakpoints und zeigt, wo das Programm wirklich ein Problem hat. Ein Analyzer hilft dabei, Schwachstellen im Programm zu finden und die Performance zu verbessern.

Alles andere

Eine gute Entwicklungsumgebung kommt noch mit vielen weiteren Features, die das Leben des Programmierers erleichtern. Wer seine Projekte auf einem Server im Internet ausprobieren möchte, freut sich über eine FTP-Anbindung. Damit speichert die IDE alle PHP-Files direkt auf dem Webserver. Für Arbeiten im Team braucht die IDE eine Schnittstelle zu Versionsverwaltungssystemen, etwa für CVS oder Subversion.

Zend 5.0

Das “Zend Development Environment” hat alle Leistungsmerkmale einer Entwicklungsumgebung: Automatische Code-Ergänzung, Projektverwaltung, Versionsverwaltung sowie Browser für Klassen und Funktionen.

Gleich beim Eintippen der ersten Code-Zeile bietet die Zend IDE Hilfe an und versucht den Code zu ergänzen. Zu den eingetippten Zeichen passend erscheint eine Liste der passenden Funktionsaufrufe. Per Maus oder Pfeiltasten wählen Sie die passende Ergänzung. Bei der Auswahl hilft die zusätzliche Kurzdoku des jeweils markierten PHP-Befehls.

Ist die Funktion ausgewählt, bleibt die Zend IDE immer noch hilfreich an der Seite des Programmierers. Jetzt zeigt sie die notwendigen Parameter an. Und wer trotzdem noch einen Fehler macht, erhält danach eine Syntax-Fehlermeldung der ZDE. Die fehlerhafte Stelle ist dabei rot unterringelt.

Die Zend-Entwicklungsumgebung vergisst auch die HTML-Autoren nicht. Für die Tags gibt es ebenfalls eine automatische Ergänzung: Sobald Sie mit <h1> eine Überschrift beginnen, erscheint automatisch das dazu passende Schlusstag. Sie müssen nur noch den Überschriftentext eingeben. Diese HTML-Autoergänzung funktioniert allerdings nur außerhalb von PHP-Codeblöcken. Wer eine Variable mit HTML-Tags füllt, bleibt auf Handarbeit angewiesen.

Routine-Arbeit

Die Templates von Zend ähneln Textbausteinen in Word: Einfach einen Code eingeben und die Tab-Taste drücken — schon erscheint ein Code-Gerüst. Besonders bequem ist das bei Routine-Jobs wie dem Gestalten von Formularen in HTML oder beim Programmieren von MySQL-Abfragen. Neben den zahlreichen vorgefertigten Templates dürfen Sie auch eigene Vorlagen definieren.

Mit an Bord der ZDE ist eine ausführliche Online-Hilfe. Die basiert auf der unter www.php.net verfügbaren Dokumentation. Wer ein PHP-Schlüsselwort anklickt und auf F1 drückt, öffnet die Doku im integrierten Browser. Derselbe Browser zeigt auch die Ergebnisse der Programmierarbeit an, sobald Sie die Taste F5 drücken. Da in der ZDE eine PHP-Engine eingebaut ist, sind weitere Installationen nicht notwendig, um den Code auszuprobieren.

Vor dem Austesten des Programms lohnt noch ein Blick auf den Code-Analyzer. Der arbeitet sich durch das Programm und erkennt beispielsweise Variablen, die nur einmal im Code vorkommen. Der Grund dafür könnte sein, dass die Variable einmal falsch geschrieben wurde.

Der Editor ist komfortabel. Syntax-Highlighting erleichtert die Orientierung. Strg-Taste und Mausrad ändern die angezeigte Schriftgröße – so kennt man es auch von Word oder anderen Anwendungen.

Bei längeren Quelltexten sorgt Code-Folding für mehr Überblick. Das Falten erledigen Sie entweder manuell per Klick auf das Minus-Zeichen vor einem Block oder Sie lassen die Entwicklungsumgebung automatisch einklappen. Auf Wunsch blendet die ZDE alle Kommentarblöcke, Klassen oder Funktionen aus. Ebenso verschwindet bei Bedarf sämtlicher nicht-PHP-Code aus dem Fenster. Das hilft bei der Orientierung im gemischten HTML- und PHP-Code.

Ein praktisches Detail ist das automatische Entfernen von Leerzeichen hinter PHP- und HTML-Anweisungen. Und wer sich nicht selbst mit dem Einrücken von Code in Funktionen oder Schleifen beschäftigen möchte, verwendet den eingebauten Beautyfier.

Debugger

Der eingebaute Debugger hilft Ihnen beim Aufspüren von Programmierfehlern. Mit der Taste F10 hangeln Sie sich Zeile für Zeile durch den PHP-Code. Oder Sie springen zu einer vordefinierten Markierung. Alternativ dazu können Sie das Programm auch starten und automatisch an einem Breakpoint stoppen lassen. Die Ausführung hält dann an und Sie sehen in einer Baumdarstellung alle Variablen und deren aktuellen Inhalt. Darüber hinaus erlaubt Ihnen die ZDE, einzelne Variablen in “Watches” zu beobachten. Die Ausgaben des Programms erscheinen in einem eigenen Debug-Fenster wahlweise als HTML-Quelltext oder in einer kleinen Browser-Ansicht.

Dateien und Projekte

Seine Dateien verwaltet der Programmierer entweder lokal auf der Festplatte und im Netz oder auf einem FTP-Server. Zend baut auf Wunsch Verbindung zu FTP-Servern auf – auf Wunsch auch verschlüsselt. Dateien lassen sich direkt aus den FTP-Verzeichnissen heraus öffnen und wieder speichern. Auch die Projektverwaltung akzeptiert FTP-Ordner als Dateiquellen.

Projekte stellt der PHP-Programmierer aus unterschiedlichen Verzeichnissen zusammen. Die IDE ermittelt aus den Projektdateien die enthaltenen Funktionen, Klassen, Variablen und Konstanten. In der Projektübersicht sind diese Informationen hierarchisch gegliedert aufgelistet und bequem zugänglich. Wer sich die Mühe macht, seinen Code zu dokumentieren, bekommt die Kurzbeschreibungen auch innerhalb der Übersicht angezeigt.

Zum Dokumentieren bringt die Zend IDE gleich noch den PHP-Documentor mit. Dieses Tool erzeugt aus PhpDoc-konformen Kommentaren eine komplette Funktions- und Klassenreferenz für Ihren Quelltext. Ein typischer PhpDoc-Kommentar sieht zum Beispiel so aus:

/**

* Liefert Stammdatensatz zurueck

*

* @return int

*/

function mainrecord($id)

{ …

}

Die für PHP-Dokumentor benötigten Spezial-Tags finden sich natürlich auch in der Auto-Ergänzung der Zend IDE wieder.

Äußerst praktisch ist die globale Suche in mehreren Dateien. Zend zeigt die Fundstellen in einem eigenen Fenster. Per Doppelklick auf eine der Stellen öffnet der Editor die entsprechende Programmdatei und setzt den Cursor auf die richtige Zeile. Auf Wunsch öffnet die IDE den Quellcode auch sofort in einem neuen Fenster. Die Suche lässt sich in den Dateien eines Verzeichnisses ausführen. Außerdem darf der Programmierer in Unterverzeichnissen oder im kompletten Projekt suchen.

Datenbankanschluss inklusive

In der neuesten Version 5 verfügt die Zend IDE über Schnittstellen zu SQL-Datenbanken. Die Entwicklungsumgebung nimmt Verbindung zu folgenden Systemen auf:

– Oracle

– Sqlite (nicht in der Mac OSX-Version)

– MSSQL

– PostgreSQL

– MySQL

– DB2

– Cloudscape

Steht die Verbindung, sehen Sie innerhalb der IDE die Datenbank-Tabellen und deren Struktur. Über ein SQL-Fenster dürfen Sie SQL-Anfragen formulieren und ausprobieren. Das erspart externe Tools, etwa PHPMyAdmin, die bislang für das Ausprobieren von Datenbankabfragen notwendig waren. Und natürlich sehen Sie auch gleich alle Änderungen an der Datenbank, die von Ihrem PHP-Skript verursacht werden.

Weitere Tools

Zend 5 unterstützt die Versionenverwaltungen CVS und Subversion. Außerdem hilft ein WDSL-Assistent beim Exponieren von Klassen und Funktionen als Webservice. Der Debugger nimmt auf Wunsch auch Verbindung zu einem Debugging-Server auf. Das erleichtert die Arbeit an gemeinsamen Projekten, die auf einem Entwicklungsserver liegen. Die Skripts lassen sich dort direkt debuggen. Das hilft vor allem bei datenbank-gestützten Projekten, die sich lokal sonst nicht richtig oder nur mit einigem Aufwand austesten lassen. Ebenfalls mit dem Server arbeitet der Profiler zusammen. Er ermittelt die Laufzeit einzelner Programm-Teile und zeigt, wo noch Optimierungsbedarf ist.

Wer sich das “Small Business Program Plus” holt, bekommt zum Studio noch den Zend Encoder für ein Jahr dazu. Der verschlüsselt PHP-Programme so, dass sie nicht mehr im Klartext lesbar, aber immer noch ausführbar sind. Das ist ideal, wenn man PHP-Programme an den Kunden liefert und nicht möchte, dass der sie ändern oder einsehen kann.

Noch ein nettes Detail hat Zend für alle parat, die erst einmal die Zend IDE ausprobieren wollen: Die 30-Tage-Testversion ist seit der Version 5.1 die ohne die Eingabe eines Lizenzschlüssels lauffähig – bislang musste erst umständlich ein Lizenzcode erzeugt werden. Das ist ein kluger Schachzug, nimmt es doch eine Hemmschwelle vor dem Ausprobieren des Entwicklungspakets.

Fazit:

Die Zend IDE ist in ihrer Version 5.1 das Maß aller Dinge bei den PHP-Entwicklungsumgebungen. Der Funktionsumfang lässt kaum Wünsche offen, der Komfort ist erstklassig. Profis bekommen viel Leistung für ihr Geld.

Produkt: Zend Studio 5.1

Preis: 299 Dollar (Professional Edition), 99 Dollar (Standard Edition)

Web: www.zend.com

 

Maguma Workbench Professional

Die Maguma Workbench bietet alles, was für das Schreiben von Programmen notwendig ist: Debugging mit Breakpoints und Watchlist, Syntax-Highlighting und Code-Ergänzung für PHP und HTML. Außerdem faltet die Workbench Code und nimmt Verbindung zu einem CVS auf.

Bei der automatischen Code-Ergänzung bietet die Maguma Workbench PHP-Funktionen und selbst geschriebene Variablennamen, Klassen, Funktionen und Methoden an. Die automatische Ergänzung startet mit der Tastenkombination Strg – Leertaste. Bei PHP-Funktionen zeigt Maguma auch die erforderlichen Parameter und – ganz praktisch – die PHP-Versionen, ab denen eine Funktion implementiert ist.

Autoergänzung mit Tücken

In manchen Fällen hat die Autoergänzung allerdings Schluckauf. Beim Ergänzen einer bereits angefangenen Variablen, etwa $strG setzt er vor die ergänzte Variable noch ein Dollarzeichen – das Ergebnis ist dann zum Beispiel $$strGreeting. Das ist lästig.

Zusätzlich zur Automatik gibt es noch die Möglichkeit, eigene Textbausteine zu definieren. Das geht einmal über die Funktion Autocomplete. Hier definieren Sie einen Code-Kürzel und den dazu gehörenden Quellcode. Nach der Eingabe des Kürzels drücken Sie eine Tastenkombination und der Baustein erscheint. Zweite Möglichkeit sind die Snippets. Das sind Textbausteine, die nach Kategorien sortiert abrufbar sind. Die Snippets warten in einem eigenen Unterfenster auf den Abruf per Doppelklick.

Natürlich dürfen Sie auch eigene Snippet-Bausteine schreiben oder vorhandene editieren. Der Trick dabei: Erst das Snippet im Quelltextfenster schreiben, dann markieren und übernehmen. Und wem das nicht reicht, der kann für die Workbench eigene Plugins entwickeln und so die Funktionen erweitern.

Klassen-Assistent

Objektorientierte Programmierer freuen sich über den Klassen-Assistenten. Damit stellen Sie in einem Dialogfenster eine Klasse samt Variablen und Funktionen zusammen. Das so erzeugte Grundgerüst übernimmt die Workbench auf Knopfdruck in den Quellcode. Der Assistent hilft auch bei bereits bestehenden Klassen. Die Klasse wird in einer Baumstruktur angezeigt. Zu den Variablen und Methoden darf der Programmierer Phpdoc-Kommentare eingeben. Außerdem kann er Methoden und Variablen umbenennen oder Argumente modifizieren. Das geht zwar alles auch ohne Assistenten. Jedoch schafft er besonders bei umfangreichen Klassen mehr Überblick, als dies im ausufernden Quellcode möglich wäre.

Auch für andere Routine-Arbeiten ist die Workbench vorbereitet. Im Dialog für neue Dateien stehen zahlreiche leere Quelltext-Gerüste bereit für PHP-Dateien, HTML oder CSS.

Sichere Verbindung zum Server

Für die Arbeit auf Servern ist die Workbench gut gerüstet. Ein Browser stellt die Verbindung zum FTP-Server her und erlaubt, die Verzeichnisse dort nach den gewünschten Dateien zu durchsuchen. Auch einfache Dateioperationen auf dem Server sind vorgesehen. Dazu gehören das Umbenennen und Löschen von Dateien oder die Vergabe von Dateirechten.

In der Workbench bearbeitete Dateien lassen sich direkt auf dem Server wieder speichern. Neben FTP kommuniziert die Workbench auch über das sichere SFTP mit dem Server.

Bei der Installation bietet die Workbench an, PHP 5.0.5 gleich mitzuinstallieren. Auch der Support für Debugging lässt sich bei der Installation gleich zuschalten. Wer bereits ein PHP installiert hat, kann auch zu diesem von der Maguma Workbench aus Verbindung aufnehmen.

Debugging mit Startsschwierigkeiten

Das Debugging war in der Version 2.6.1 allerdings zunächst nicht zum Arbeiten zu überreden. Auf einem blank installierten Windows XP Home meldete das Programm, es könne das entsprechende PHP-Modul nicht laden. Auf zwei anderen Systemen trat dieser Fehler zwar nicht auf. Jedoch blieb es beim Aufruf des Debuggers bei einer Meldung “Listening on port 9000…”. Danach kam nichts. Auch das Freigeben des Ports und schließlich das komplette Abschalten der Windows-Firewall halfen nicht.

Nach einigem Suchen war der Verantwortliche ausgemacht. Der für das Debugging verantwortliche Eintrag in der von Maguma gelieferten php.ini war auf die falsche Version der Debbugging-DLL gesetzt.

Ärgerlich: In der Dokumentation und der Online Hilfe wird der User gleich zweimal aufs Glatteis geführt: Die Online-Hilfe verlangt das Einbinden einer Datei php_xdebug.dll. Es muss aber die php5_xdebug.dll geladen werden. Und die per Standard mitgelieferte php.ini setzt zwar einen Pfad auf die php5_xdebug.dll – aber im falschen Verzeichnis.

Das Debugging unterstützt Breakpoints und beobachtet Variablen. Per Tastendruck kann sich der Programmierer Schritt für Schritt durch seinen Quelltext arbeiten. Ein Profiler hilft, Geschwindigkeitsprobleme in den Griff zu bekommen.

Projekte verwaltet die Maguma Workbench natürlich auch. Suchen und Ersetzen lässt sich über alle Dateien eines Projektes ausführen. Schade jedoch, dass es keine Möglichkeit gibt, von einem Funktionsaufruf aus direkt zur Deklaration zu springen. Dafür gibt es aber im Projektfenster einen Überblick der Dateien und der darin enthaltenen Objekte, Variablen und Funktionen. So kann man sich auch ganz brauchbar orientieren.

Praktisches Detail bei den Projekten sind die virtuellen Ordner. In ihnen lassen sich Dateien logisch zusammenfassen, auch wenn sie in Wirklichkeit unsortiert in einem riesigen Verzeichnis liegen. Auf diese Weise bekommt der Programmierer einen besseren Überblick über seine Dateien.

Gute Kommentarfunktionen

Sehr gut ist die Unterstützung von Phpdoc-konformen Kommentaren. Per Menübefehl baut die Workbench vor Funktionen, Klassen oder Variablen einen leeren Kommentarblock ein, den Sie nur noch ausfüllen müssen. Sogar den richtigen Namen der Klasse oder Funktion bindet Maguma bereits in den Kommentar ein.

Praktisch: Typische Kommentar-Tags wie @author lassen sich in den Programmoptionen gleich vorbelegen. Die automatische Syntaxergänzung bietet aber – im Gegensatz zu Eclipse und Zend – die Spezialtags allerdings nicht mit an.

Wer es bequemer beim Kommentieren mag, sieht sich die interaktiven Kommentare an. Hier begleitet die Maguma Workbench den Programmierer durch seinen Kommentarcode. Ähnlich einer Datenbank füllt der Kommentator die Felder aus und kommentiert so nacheinander alle relevanten Code-Teile.

Tool für Reguäre Ausdrücke

Pfiffig ist das Tool zum Erzeugen Regulärer Ausdrücke. Er hilft interaktiv, den Ausdruck zusammenzustellen und auszuprobieren. Dabei berücksichtigt das Tool sowohl POSIX-konforme Ausdrücke, wie sie in den ereg-Funktionen von PHP verwendet werden, wie auch Perl-konforme Ausdrücke, wie sie in den preg-Funktionen zum Einsatz kommen. Per Copy & Paste lassen sich die fertigen Ausdrücke direkt in den Quellcode einbinden.

Und weil nicht jeder PHP-Coder ein perfekter HTML-Autor ist, hat Maguma noch HTML-Tidy dazu gepackt. Dieses Tool untersucht vorhandenen HTML-Code und macht daraus gut lesbaren Quelltext: Strukturen werden mit Einrückungen kenntlich gemacht. Auf Wunsch wandelt HTML Tidy die Tags auch noch in ein XHTML-konformes Format um. Auf gemischten Quelltext sollten Sie HTML Tidy allerdings nicht loslassen. Das Tool setzt gnadenlos beim ersten Tag an, das es findet – und sei es in einem echo-Befehl. Das kann den PHP-Quellcode gehörig durcheinander werfen. Besser: Den HTML-Code ausschneiden, in ein neues Dokument packen, bearbeiten lassen und dann wieder zurück kopieren.

Fazit:

Gute Entwicklungsumgebung. Stärken hat die Maguma Workbench vor allem bei Dokumentieren von Code. Fehler, etwa bei der Autoergänzung und in der Dokumentation, trüben den Gesamteindruck.

Produkt: Maguma Workbench

Hersteller: Maguma

Preis: 199 Euro

Web: www.maguma.com

Eclipse 3.1

Eclipse ist eine universell einsetzbare Entwicklungsumgebung mit Projektverwaltung, Debugger und CVS-Unterstützung. Von Haus aus ist Eclipse für die Programmierung von Java-Applets vorgesehen. Erst mit dem passenden Plugin, PHP-Eclipse, wird daraus ein Programmierpaket für PHP. Mehr zur Installation der stabilen Version 1.1.7 lesen Sie im Kasten auf Seite XX. Für diese Vorstellung war die aktuellste Version 1.1.8 des PHP Plugins von Hand eingebaut.

Ist das Plugin eingerichtet, stehen dem Programmierer automatische Syntax-Highlighting, Syntaxergänzung, Online-Hilfe zu PHP und ein Template-Editor zur Verfügung. Syntax-Ergänzung und Templates arbeiten Hand in Hand. Aufgerufen wird das Ergänzungsangebot über die Tastenkombination [STRG-Leertaste]. Das kommt Schnellschreibern entgegen, die sich nicht von den aufklappenden Listen stören lassen wollen.

Bei der Autoergänzung berücksichtigt Eclipse auch eigene Funktionen, Klassen, Methoden und Variablen. Und im Gegensatz zur Zend IDE kommt diese automatische Ergänzung auch den Phpdoc-konformen Kommentaren zu Gute. Deren Tags, etwa @return ergänzt Eclipse ebenfalls automatisch. Zu Funktionen und Klassen gehörende Kommentare zeigt die Autoergänzung übrigens auch in ihrer Auswahlliste, sobald Sie einen Eintrag aus der Liste anklicken.

Um den Code lokal auszuprobieren, müssen Apache und PHP auf dem Rechner installiert sein. Am einfachsten geht das in Kombination mit Xampp (Xampp installieren). Ein PHP-Browser zeigt das Ergebnis der eigenen Programmierkünste direkt innerhalb der IDE an.

Eine Projektverwaltung ist ebenfalls in Eclipse eingebaut. Auf Wunsch durchsucht die IDE auch das komplette Projekt nach Zeichenketten. Als Fundstellen zeigt Eclipse in einem Ergebnisfenster die Dateinamen. Ein Doppelklick auf einen Namen führt direkt zur Fundstelle im File.

Auch Debugging ist mit Eclipse möglich. Dazu muss DBG-Debugger auf dem Server installiert sein. Das notwenige Plugin zum Debugging ist bei PHP-Eclipse mit eingebaut. Der Debugger akzeptiert Breakpoints und zeigt die Werte von Variablen zur Laufzeit.

Die Programmier-Umgebung ist in so genannte Perspectives aufgeteilt – zu Deutsch etwa “Sichtweisen”. Diese bestehen aus unterschiedlichen Unterfenstern, die je nach Bedarf eingeblendet werden. Wer sein Projekt von Fehlern bereinigen möchte, schaltet zum Beispiel die Debug-Perspective ein. Diese Sichtweisen darf ein Programmierer auch selbst zusammenstellen oder editieren.

Die Bedienung von Eclipse ist einfach und übersichtlich. Funktionen und Methoden lassen sich zusammenfalten und damit aus dem Blickfeld schaffen. Eine Formatierungsfunktion bringt Überblick auch in den wüstesten Spaghetti-Code.

Fazit

Profi-Power zum Nulltarif. Eclipse ist zwar umständlicher zu installieren, bietet dann aber viel Komfort für Profi-Programmierer. Auch für engagierte Hobbyisten ist Eclipse die Gratis-IDE der Wahl.

Produkt: Eclipse plus PHP

Hersteller: Open Source

Preis: Freeware

Web: www.eclipse.org und http://phpeclipse.sourceforge.net/

 

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